• Facebook Custom Audience, Zielgruppe als Publikum

Was ist eine Facebook Custom Audience?

Facebook Custom Audiences – wörtlich: das “Kundenpublikum von Facebook” – sind Zielgruppen, welche ein Werbekunde von Facebook für sich erstellen kann. Damit lassen sich die Facebook-Anzeigen noch wesentlich genauer aussteuern. Es ist eine von mehreren Targeting-Möglichkeiten bei Facebook, auf die das soziale Netzwerk sehr viel Wert legt. Es gibt weitere solcher Funktionen, etwa das Erstellen von Lookalike Audiences (Zwillingszielgruppen).

Wozu ist eine Facebook Custom Audience nützlich?

Facebook möchte seine Attraktivität für Werbetreibende erhöhen. Lange Zeit ignorierten viele von ihnen das soziale Netzwerk als Werbemöglichkeit, weil die Werbeformen und die Targeting-Möglichkeiten nur auf Facebook selbst relevant sind. Doch Facebook hat seine Werbeplattform immer mehr ausgebaut und damit effizienter gemacht. Schon seit 2009 haben Werbetreibende die Möglichkeit, Facebook Ads zu schalten.

Ab 2013 schließlich hat das kalifornische Social Network mit den Facebook Custom Audiences noch eine Möglichkeit geschaffen, granulare (sehr klein segmentierte) Zielgruppen auf Werbung aufmerksam zu machen, indem Inhalte direkt an sie verbreitet werden. Die Daten für das gezielte Targeting stammen vom Werbetreibenden selbst.

Verwaltung der Facebook Custom Audiences

Es wurden vier Verwaltungsmethoden für Facebook Custom Audiences geschaffen. Der Werbetreibende kann hierfür den Werbeanzeigenmanager oder den Power Editor einsetzen:

Was ist die Facebook Lookalike Audience?

    • Upload von Daten: Der Werbetreibende als Nutzer der Facebook Custom Audiences lädt Kontaktdaten von Personen seiner Zielgruppe in sein Werbekonto hoch: Telefonnummern, Mail-Adressen, Facebook-User- oder Mobile-Advertiser-IDs. Dazu nutzt er eine TXT- oder CSV-Datei. Mit diesen Daten erfolgt die gezielte Aussteuerung der Werbeanzeigen an die betreffenden Facebook-User. Voraussetzung ist, dass diese User die Daten freiwillig angeben, indem sie diese (als Bestandskunden) dem Werbetreibenden mitgeteilt oder in ihrem Profil bei Facebook hinterlegt haben. Beim Hochladen erfolgt eine Verschlüsselung der Datensätze, dann erhalten sie Footprints. Diese entsprechen den Footprints in den Facebook Nutzerdateien. Das soziale Netzwerk kann dadurch die passenden Empfänger für die Werbung ermitteln.
    • MailChimp-Daten: Das Programm MailChimp hilft Advertisern beim Versenden ihrer Newsletter. Die dort verwendeten Mail-Adressen lassen sich als Facebook Custom Audience definieren.
    • Mobile App: Sollte ein Advertiser das Facebook Service Develop Kit in Apps (iOS oder Android) integriert haben, kann er zunächst Events definieren. Events sind beispielsweise das Erreichen eines definierten Nutzerlevels oder auch das Ausfüllen von ganz bestimmten Formularen. Mit diesen Daten entsteht die Facebook Custom Audience.
    • Website: Auch das Implementieren eines Custom Audience Pixels auf der eigenen Webseite ist möglich. Werbetreibende können damit gezielt Webseitenbesucher in die Custom Audience aufnehmen. Die Art des Zugriffs – PC oder mobiles Endgerät – ist dabei unerheblich. Das Trackingpixel ermöglicht eine weitere Segmentierung der Besucher, etwa nach den besuchten Seiten oder Seitenbereichen. An jede dieser einzelnen Facebook Custom Audiences werden separate Werbemittel ausgeliefert. Es handelt sich um eine dynamische Erstellung der Facebook Custom Audiences. Wenn neue Nutzer die Website aufrufen, markiert sie das Tracking-Pixel, nun erfolgt die automatische Zuordnung zur passenden Custom Audience. Nutzer bleiben maximal 180 Tage in dieser Zielgruppe.

Die Lookalike Audience dient der noch präziseren Zielgruppendefinition und entsteht aus der Kombination von Custom Audiences oder dem Ausschluss von Kunden aus einer Werbekampagne mithilfe von Custom Audiences (Männer erhalten keine Werbung für typische Frauenprodukte). Damit entsteht eine weitere Möglichkeit der genauen Zuordnung von Werbung. Die Erstellung von Lookalike Audiences erfolgt auf Facebook anhand der definierten Custom Audiences, aber auch die Fans einer Facebook-Seite können ausgewählt werden.

Hierfür arbeiten auf Facebook inzwischen Programme der Künstlichen Intelligenz. Sie erkennen mit ausgeklügelten Algorithmen bestimmte Muster unter den Fans und erkennen diejenigen unter ihnen, die einer Lookalike Audience zuzuordnen wären. Eine Zwillingszielgruppe kann wie die übliche Facebook Custom Audience verwaltet und wiederum mit anderen Facebook Custom Audiences kombiniert werden.

Diskussion um den Datenschutz bei Facebook Custom Audiences

Die Facebook Custom Audiences wurden hinsichtlich eines möglicherweise laxen Datenschutzes kritisiert. In Deutschland gibt es inzwischen Gerichtsurteile, welche die Einhaltung der EU-Datenschutzrichtlinien durch Facebook für diese Tools bestätigen. Kritiker verwiesen unter anderem auf mögliche Hackerangriffe, wo doch so viele Daten geladen werden, doch diese Gefahr ist wohl nicht sehr groß.

Allerdings müssen die deutschen Werbetreibenden schon darauf achten, dass sie nicht ungefragt Nutzerdaten verwenden, wo dies nach hiesigem Datenschutzrecht nicht zulässig ist.

Nutzen der Facebook Custom Audiences für Online Marketing Aktivitäten

Der Nutzen ist sehr hoch, weil die Custom Audiences Streuverluste sehr stark minimieren. Auch die beworbenen Kunden sind dankbar – sie erhalten fast nur Werbung, die ihnen nützlich ist. Weitere Ziele wie das Branding, der Reichweitenaufbau und die Steigerung der Conversion Rate lassen sich damit ebenso leichter erreichen.

Haben Sie Fragen zu Facebook Custom Audiences oder möchten Sie mehr Informationen zu diesem Thema? LINKILIKE unterstützt Sie gerne bei der richtigen Erstellung und dem Umgang mit Ihrer Facebook Custom Audience, können Sie uns gerne jederzeit kontaktieren.

2017-12-04T09:47:59+00:00 1. Dezember 2017|Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

About the Author:

Sarah studiert Webwissenschaften mit dem Schwerpunkt auf Social Web. Bei LINKILIKE kümmert sie sich um die Gewinnung und Betreuung neuer Social Influencer. Bei dieser Tätigkeit kommen ihr außerdem zahlreiche Inhalte aus ihrem Bachelorstudium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie ihr persönliches Interesse an den Trends des World Wide Web und seine technischen, psychologischen und kommunikationswissenschaftlichen Aspekten zu Gute.