Was ist Clickbaiting?

 

Clickbaiting ist ein in Online-Medien praktiziertes Werbeverfahren, bei dem beliebige Inhalte mit auffälligen Überschriften (“overpromising headlines”) und Vorschaubildern versehen werden, die die Aufmerksamkeit von Webseiten-Nutzern erregen und zum Anklicken von Blogbeiträgen veranlassen. Verschieden Portale wie z.B. heftig.co haben rund um Clickbaiting ein Geschäftsmodell entwickelt.

Geschicktes ”Anlocken“ von Nutzern

Der Begriff des Clickbaiting ist vom englischen “bait” (“anlocken”, “ködern”) abgeleitet. Clickbaiting im Internet ähnelt der Vorgehensweise mancher Printmedien (z. B. von Boulevard-Zeitungen), die zugespitzte Titel verwenden, um Aufmerksamkeit und Absatzerfolge zu erzielen.

Das Ziel von Clickbaiting

Das Ziel des Clickbaiting besteht darin, einen maximalen Traffic für eine Webseite zu generieren. Auf dieser Grundlage ist es möglich, verstärkt Online-Werbung auf der Website zu platzieren und damit Einnahmen zu erzielen.
Um die Präsentation von Produkten oder Dienstleistungen geht es hingegen beim Clickbaiting bewusst nicht. Auch kommt es nicht vorwiegend auf die Vermittlung hilfreicher Informationen für die Nutzer an.

Die typischen Strukturen von Clickbait-Blogs

In der kurzen Einleitung eines Clickbait-Blogs wird zunächst das Thema eines Blogs angesprochen. Der Hauptteil des Blogs enthält zumeist “Listicles” (Listen von Fotografien) oder virale Videos einschließlich kurzer Erläuterungen. Am Ende eines Blogs befindet sich eine einprägsame Schlussfolgerung oder ein Fazit, dass dem Nutzer nach dem Verlassen der Webseite in Erinnerung bleiben soll. Die Interaktion wird durch Comment-, Share- oder Like-Buttons so einfach wie irgend möglich gestaltet.

Eine psychologisch gezielte Auswahl von Schlüsselwörtern oder von Tönen und Tonfolgen sowie eine maßgeschneiderte Blog-Struktur sorgen für eine besonders hohe Click-Wahrscheinlichkeit. Angestrebt wird über den Click hinaus auch eine Weiterverbreitung des Posts durch den Nutzer in sozialen Medien.

Besondere Aufmerksamkeit erzeugen strittige und emotional bewegende Themen, zu denen sich viele Nutzer bereits eine eigene Meinung gebildet haben. Aber auch die Präsentation von Themen unter neuartigen und überraschenden Blickwinkeln verspricht hohe Click-Raten. Im Rahmen eines “Cliffhangers” wird nur der Beginn einer Geschichte erzählt, während der Nutzer den Zugang zur gesamten Erzählung nur durch ein Anklicken des Blog-Beitrag erhält.

 

Vor- und Nachteile: Intensive Diskussion um das Clickbaiting

Bereits seit einigen Jahren findet eine intensive Diskussion über die Vor- und Nachteile des Clickbaitings statt.

Kritik am Clickbaiting
Kritiker beklagen einen geringen inhaltlichen Tiefgang von Clickbait-Beiträgen, die nur auf eine kurzweilige Unterhaltung der Nutzer ausgerichtet seien und viele Besucher durch „overpromising“ verärgern. Auf die Aufmerksamkeit erregenden Überschriften folgten, so die Kritik, meistens nur oberflächliche Inhalte mit sehr begrenzter Aussagekraft. Häufig sei ein inhaltlicher Mehrwert für die Nutzer nicht ersichtlich. Vielmehr enthielten die Clickbaiting-Blogs vorzugsweise unerwartbare Verprechen, Unwahrhaftiges oder Unglaubliches.

Außerdem würden die Webseiten-Besucher durch Clickbaiting gezielt manipuliert. Die overpromising Headlines der Clickbait-Blogs würden mit der Neugierde von Webseiten-Besuchern spielen und hintergründig – durch Einsatz bestimmter Signalwörter – an bestimmte Gedanken, Gefühle oder Triebe appellieren.

Dies ist auch der Grund warum z.B. Facebook & Co. dem Clickbaiting den Kampf angesagt hat und derartige Beiträge im Newsfeed abstraft.

Die Vorzüge des Clickbaiting
Befürworter des Clickbaiting argumentieren dagegen, dass es legitim sein, Nutzer durch auffällige und ggf. auch überspitzte Überschriften neugierig zu machen. Bei Clickbaiting handele es sich um eine neuartige Form der Online-Kommunikation, die die psychologischen Bedürfnisse von Nutzern zielgerecht befriedige. Jede Webseite habe das Recht, mit einer individuell geeigneten Strategie einen maximalen finanziellen Erfolg im Internet zu erzielen.

Fazit:

Clickbaiting ist nicht neu, marktschreierische Headlines gab es auch schon im Print-Zeitalter. Von übertriebenen Clickbaiting sollte man deutlichen Abstand nehmen, da verärgertes Publikum zum Boomerang werden kann. Speziell im Social Advertising kann man jedoch von diesen Praktiken lernen, indem man seinen mühsam produzierten Content mit optimierten, klickbaren Titeln und Vorschaubildern versieht und so die Inhalte nicht unter Wert verkauft bzw. bewirbt.

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2017-10-09T11:34:04+00:00 2. Juli 2015|Kategorien: Content Seeding|Tags: , |

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Stefan befasst sich seit 16 Jahren intensiv mit dem Thema SEO und Marketing. Er unterstützt Unternehmen bei der Planung und Implementierung von Online-Marketing-Maßnahmen und verfügt über großes konzeptionelles Know-how. Zudem ist er als Blogger unterwegs.