Warum SEO für Content Marketing nicht alleine den Takt angeben darf

Mit seinem Content auf der ersten Seite der Suchmaschinen aufgelistet zu werden, ist der Wunsch sehr vieler Marketer. Er ist verständlich, wo doch die Zahlen jener Menschen, die sich vorab online ihr Bild zu Produkten und anstehenden Kaufentscheidungen machen, stetig steigt. In dieser Zeit, wo die meisten Brands dasselbe Ziel haben und Marketer den Nutzen von hochwertigen Online-Content predigen, herrscht an der Spitze der Suchmaschinen reges Treiben, manche würden sogar soweit gehen zu behaupten, dass ein Kampf ausgebrochen ist. Aber stimmt das und macht es überhaupt Sinn in Keyword-Duelle einzusteigen? In welcher Beziehung stehen Content und SEO? Welche Möglichkeiten haben Marketer abseits von Suchmaschinen ihren Content zu platzieren?

 

Welche Rolle spielen Suchmaschinen heute?

Die erste Fragen, die sich bei näherer Betrachtung stellt, ist, warum Suchmaschinen überhaupt wichtig sind. Sie finden diese Art von Überlegung obsolet, wo doch jeder weiß wozu Suchmaschinen gut sind? Vielleicht, aber werfen wir dennoch einen Blick darauf, um eine gemeinsame Ausgangslage zu schaffen.

Das große Problem zeigt sich in der Selbstverständlichkeit, mit der wir Google & Co. nutzen, ohne dabei auf die Hintergründe einzugehen. Suchmaschinen gehören in unserer digitalen Gesellschaft sicherlich zum Alltag: sie strukturieren für uns das Netz und helfen uns das zu finden, wonach wir gerade suchen. Schon lange können wir die Weiten des Social Web nicht mehr überblicken und sind daher auf Strukturen, bzw. Wegweiser, angewiesen.

Suchmaschinen, besser gesagt die ihnen zugrunde liegenden Algorithmen, haben sich zu modernen Informationsfiltern gewandelt. “Wen Google nicht findet, den gibt es nicht,” lautet eine nicht selten wahrgenommene Aussage. Dabei vergessen wir leider allzu oft, dass damit unsere Aufmerksamkeit und unser Blick gezielt gelenkt oder auch abgewendet werden kann. Beeinflusst durch Cookies, gesammelte Daten und bisherige Suchanfragen, befinden wir uns oft in sogenannten “Informationsblasen”. Suchmaschinen liefern uns oftmals Ergebnisse, von denen sie glauben, dass sie uns am wahrscheinlichsten interessieren werden. Das Hummingbird-Update von Google geht sogar weiter, es versucht die Intention des Users zu verstehen. Ich sage nicht, dass diese Entwicklungen gut oder schlecht sind, wir müssen sie uns lediglich regelmäßig ins Bewusstsein rufen.

 

Suchmaschinen und Marketing

LINKILIKE video seedingAus Marketing-Sicht spielen Suchmaschinen besonders in Form von SEO (Suchmaschinenoptimierung) eine zentrale Rolle. Inhalte im Social Web müssen dahingehend optimiert werden, dass User diese leicht und schnell finden. Content muss gefunden werden, um wirken zu können.

 

Während Marketer seit den SEO-Anfängen versuchen deren Funktionen zu durchschauen, um sie für ihre Anliegen (aus)zunutzen, optimieren die Betreiber der Suchmaschinen selbst laufend die Funktionalität derselben. Es entsteht der Anschein, als ob viele Werbetreibende den SEO-Code knacken wollen, wohingegen (besonders) Google darauf bedacht zu sein scheint, das beste Such-Erlebnis für seine Nutzer anbieten zu wollen.

Das Suchen und Finden von nützlichen Inhalten ist aus Kundensicht das Wichtigste. Es ist auch gleichzeitig die erste Möglichkeit für Marketer mittels relevantem Content mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten. Bleibt also die Frage, warum viele Marketer den Suchmaschinen mehr Aufmerksamkeit widmen, als ihren zukünftigen Kunden.

Fest steht, dass nur ein kleiner Prozentsatz von Online-Inhalten gefunden und konsumiert wird und es steht ebenfalls fest, dass Ergebnisse auf der ersten Seite eher gelesen werden. Fest steht aber auch, dass nicht alle (auf Anhieb) eine Top-Platzierung erreichen werden. Die Chancen dahingehend zu erhöhen ist ein legitimer Ansatz, daher auch die berechtigt wichtige Rolle von SEO im Content Marketing, aber gerade im Social Web gibt es noch andere Möglichkeiten seinen Content für die Zielgruppe bemerkbar und attraktiv zu machen.

 

3 Möglichkeiten für Content abseits von Suchmaschinen

Suchmaschinen sind nicht der einzige Ort, an dem sich User aufhalten. Nicht jeder, der ins Netz geht, hat ein Problem, auf das er eine Lösung sucht. Manchmal ist man doch einfach nur auf der Suche nach etwas Neuem und Interessantem oder hat Lust sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

    • Youtube
      Spaß und Zeitvertreib werden auf Youtube ganz groß geschrieben. Dabei bezeichnet sich Youtube selbst als zweitgrößte Suchmaschine der Welt – gleich nach Google und tatsächlich kann der Dienst auch sehr gut mit Suchanfragen umgehen. Oftmals schauen Nutzer aber einfach bei Youtube vorbei, um zu sehen, welche Videos gerade besonders häufig angeklickt werden.
      Um als Unternehmen bei Youtube erfolgreich zu sein, gilt es die Emotionen der User zu berühren. Ob Freude, Liebe oder Angst, wer richtig guten Video-Content erstellt, der überrascht, bringt zum Lachen oder Weinen und ist gleichzeitig nicht werblich. Sie müssen also “nur” wissen, was Ihre Zielgruppe emotional berührt und wie sie am schnellsten zu ihr durchdringen.
    • Social Media
      Nur kurz einen Blick auf Facebook werfen und schon finden wir uns drei Stunden später immer noch am selben Fleck. Kommt Ihnen das bekannt vor? Selbst gestandene Marketer sind vor der Sogwirkung sozialer Netzwerke nicht sicher. Nutzen Sie dieses Potenzial für Ihren Brand!
      Zeigen Sie auch als Marke Persönlichkeit, beziehen Sie Stellung und treten Sie in Dialog mit Ihrer Zielgruppe. Werbliche Inhalte sind dafür eher ungeeignet, was zählt sind “alltägliche Anliegen” und auch hier (wieder) emotionale Themen. Ein wenig Vorsicht, Gespür und ‘political correctness’ müssen Sie aber auf alle Fälle aufbringen; auch Durchhaltevermögen und Kritikfähigkeit sind gefragt.
      Was sich hier für viele Marketer fast schon wie ein Horrorfilm anhört, ist jedoch jenes menschliche Vertrauensfundament, bei dem später auch Werbebotschaften auf fruchtbaren Boden fallen. Letztlich ist es eine Frage der Profilierung von Marken. Was unterscheidet Sie wirklich vom Mitbewerb? Lassen Sie sich doch diese Antwort von Ihren Fans beantworten!
    • Online-Foren, Ratgeber-Communities und Fragen-Antwort-Portale
      Die Ur-Form des Online-Erfahrungsaustausches ist sicherlich das Forum. Menschen treffen sich in virtuellen Räumen, um ihre Erfahrungen, Meinungen und Sichtweisen zu bestimmten Themen zu äußern. Meist hinter Registrierungsschranken, nicht für alle Online-User einsehbar, bietet sich Ihnen auch hier Raum, um auf den Unternehmenscontent aufmerksam zu machen.
      Wichtig ist es, dass Sie sich überall auch als Unternehmen zu erkennen geben. Den Versuch sich hinter einem Decknamen zu verstecken und so Werbung gezielt zu platzieren, sollten Sie nicht einmal andenken. Erstens würde Sie rasch enttarnt werden und zweitens würden Sie so dem Image Ihrer Marke mehr Schaden als Nutzen bringen. Wenden Sie sich daher lieber direkt an den Forenbetreiber und fragen Sie, ob sie mitdiskutieren dürfen. Sie sollten dabei tatsächlich auf Werbung verzichten und den Teilnehmern echte Hilfestellungen bieten. Ab und an auf einen passenden Blogartikel zu verweisen, wird häufig toleriert.
      Viele Ratgeber-Portale bieten bereits die Möglichkeit auch als Unternehmen ein Profil anzulegen. Ergreifen Sie Ihre Chance und reden Sie direkt mit Ihren potenziellen Kunden.

Alle drei Ansatzpunkte bieten Ihnen die Chance sich authentisch zu positionieren und so eine solide Beziehung zu ihrer Zielgruppe aufzubauen. Diese ist absolut notwendig, um neue Kunden zu gewinnen, bestehende zu binden und so zu begeistern, dass sie zu Brand-Ambassadors werden. Solche Influencer sind wichtig für jegliche Form von Empfehlungsmarketing, das noch immer das effektivste Werbeformat darstellt.

 

Fazit

SEO ist in der Zeit steigender Online-Contentmenge ein wichtiger Punkt für das Erreichen Ihrer Unternehmensziele. Es sollte aber bei weitem nicht das einzige Objekt Ihrer Aufmerksamkeit sein. Im Social Web gibt es viele Möglichkeiten, um Menschen und Marken einander näher zu bringen.
Die hier vorgestellten Möglichkeiten sind nicht als Alternative zu Suchmaschinenoptimierung oder gar Werbeeinschaltungen zu verstehen, sondern sind Ergänzungen Ihres individuellen Marketingmix. Bedenken Sie immer, dass die Grundvoraussetzung eines jeden guten Business das gegenseitige Vertrauen darstellt und genau um dieses aufzubauen, bieten sich dialogorientierte Kommunikationsansätze, wie die hier vorgestellten, an.

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2017-10-08T16:17:49+00:00 5. Januar 2016|Kategorien: Content Seeding, Video SEO|Tags: , |

About the Author:

Ivana ist Freelancerin für Online-PR & Content-Marketing, ihre Leidenschaft ist die digitale Kommunikation. Als Beraterin, Bloggerin, Trainerin und Mutter geht sie von einer festen Überzeugung aus: Kommunikation schafft Wirklichkeit!