Programme für Erklärvideos

Erklärvideos können mit diversen Programmen gestaltet werden. Die Software zur Produktion des eigentlichen Videos ist dabei nur der letzte Schritt in einer langen Reihe. Ein Erklärvideo wird folglich als das Produkt einer Kombination von Programmen gesehen. Dies beginnt üblicherweise mit einem textlichen Entwurf, der die Story umreißt, während am Ende eine Software eine Reihe Einzelbilder in Bewegung versetzt und mit einer oder mehreren Tonspuren unterlegt. Welche Lösungen im Einzelnen zu empfehlen sind, darüber gibt der folgende Beitrag Aufschluss.

 

Der Text

Zu Beginn der Erklärvideo-Entwicklung ist es nötig ein Gerüst zu gestalten anhand dessen sich die weiteren Produktionsschritte entlang hangeln können. Meistens nutzt man dafür einen Text und zwar jenen, der später von einem Sprecher vertont wird und im Video eingebunden ist. Somit entsteht ein Zeitrahmen, der die Länge der Produktion definiert und der späteren Animation und Grafikentwicklung gewisse Vorgaben gibt. Hierbei handelt es sich um abstrahierte Bilder und Abläufe, die in den folgenden Schritten visualisiert und animiert werden müssen.

Die Bilder

Mit der Fertigstellung des Textes beginnt die wirklich technische Seite der Erklärvideo-Produktion. Die Darstellung der Bilder, Szenerie, Icons und Charaktere richtet sich nach den Vorgaben des Textentwurfes. Da die Grafiken später bearbeitet und animiert werden müssen, benötigt man veränderbare Dateien. Dementsprechend wird eine Software nötig, die in der Lage ist vektorbasiert zu arbeiten. Zu den bekanntesten Lösungen zählen dabei der Adobe Illustrator, CorelDraw, Inkscape oder QuarkXPress. Sie alle sind technisch Zwischenlösungen aus reiner Bildbearbeitung, wie man sie im Photoshop findet und der vektorbasierten Gestaltung von AutoCAD. Programme wie der Adobe Illustrator verbinden folglich kreative Gestaltungselemente mit technischen Fertigkeiten.

Die Nutzung der passenden Software ist jedoch nicht die Garantie für die Erstellung hochwertiger Grafiken. Vielmehr benötigt man noch die entsprechende Hardware, um die Eingaben ideal auszugestalten. Am besten eignen sich dafür Grafiktabletts. Sie ermöglichen es Eingaben wie das Zeichnen auf einem Blatt Papier erscheinen zu lassen und umgehen so die Mängel einer Maus-basierten Eingabe.

Zum Abschluss der Bildbearbeitung verfügt man über mehrere einzelne Bilddateien, die in Ihrer Gesamtheit das Storyboard darstellen. Dieses stellt eine optische Verbindung der einzelnen Szenen, auch Keyframes genannt, mit den entsprechenden Textbausteinen dar. So kann die Animation einen schnelleren und einfacheren Überblick über die Verbindung der Einzelbilder und den zeitlichen Rahmen der jeweiligen Keyframes erhalten.

Das Video

Für die Videoproduktion empfiehlt sich die Nutzung einer kompatiblen Software zu der, der Grafikentwicklung. Als simpelste Lösung sei hier After Effects von Adobe genannt, das ideal mit den meisten anderen Programmen kombinierbar ist.

Zur Animation von einzelnen Grafiken importiert man diese in eine After Effects Datei und belebt die Keyframes durch zusätzliche Zwischenbilder, Interframes. Das Programm verfügt über die Adobe-typische Benutzeroberfläche und ist daher den meisten Leuten einfach zugänglich. Die Keyframes sind die wichtigen Szenenbilder. Hier befinden sich die Rahmenpunkte der Handlung und damit der Animationsschritte. Mit den Interframes kann man nun Entwicklungen der Charaktere, der Szenerie oder von Icons und Gegenständen animieren.

Diese Animation wird durch das sogenannte Rigging vollzogen. Dabei werden digitale Skelette auf die zu animierenden Objekte gelegt. Diese Skelette weisen Knotenpunkte auf, an denen Gelenke liegen können. So lässt sich die Figur in Bewegung versetzen oder Handlungen vollziehen. Riggs sind frei erstellbar und können sich somit an jede Form, egal ob Charaktere, Icons, Szenerie oder Objekte anpassen. Sofern im Vorfeld genug Bildmaterial entwickelt wurde, können sogar 3D-Effekte gestaltet werden.

Die moderne Technik der Software erlaubt es klickbare Inhalte in das Erklärvideo einzubinden und so Zuschauer aktiv am Geschehen zu beteiligen. So lassen sich unterschiedliche Handlungsschleifen in Erklärvideos einbinden.

Die fertig animierten Videos benötigen abschließend noch die passende akustische Ausgestaltung.

Der Ton

Der Nutzen von Ton wird bei Erklärvideos oftmals unterschätzt. Ein hochwertiger Ton erzeugt Sympathie, Vertrauen und Nähe. Technisch ist auch hier auf die nötige Kompatibilität zwischen den einzelnen Programmen zu achten. Als Beispiel aus der Adobe Schmiede sei hier kurz auf Audition hingewiesen. Mit dieser Software lassen sich Tonspuren übereinander legen, partitionieren und akustische Signale miteinander kombinieren.

Für kleinere Verschiebungen zwischen Text und Bild lassen sich künstliche Pausen oder zusätzliche Töne in die Produktion integrieren. Im Zusammenspiel mit einer stimmigen Musik kann das nun finale Erklärvideo zu einer sinnvollen und wichtigen Maßnahme im digitalen Marketing werden.

Nach dem Rendering, also der Verschmelzung aller Inhalte und der Umwandlung in ein gängiges MP4 Format kann das Erklärvideo für alle Plattformen zugänglich gemacht werden. Dies waren die zusammengefassten technischen Abläufe einer Video-Produktion von DEWON Videos.

 

Sebastian Scharrer, 1985 in Hamburg geboren, ist Projektmanager bei DEWON Videos.
Er ist dort für die Betreuung von Kunden und als Schnittstelle zur Erklärvideo-Produktion verantwortlich. Außerdem organisiert er die Social Media Kanäle der Agentur.

 

 

2017-10-09T18:30:46+00:00 30. März 2017|Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

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Stefan befasst sich seit 16 Jahren intensiv mit dem Thema SEO und Marketing. Er unterstützt Unternehmen bei der Planung und Implementierung von Online-Marketing-Maßnahmen und verfügt über großes konzeptionelles Know-how. Zudem ist er als Blogger unterwegs.