Influencer sind aus dem Bereich des Onlinemarketings nicht mehr wegzudenken. Und obwohl Influencer Marketing bereits ein fixer Bestandteil des Marketings der meisten Unternehmen geworden ist, gibt es immer wieder Probleme, auf die Marketing-Abteilungen stoßen.

Wir haben hier die 3 Haupt-Probleme des Influencer Marketings, sowie Lösungsansätze dafür zusammengefasst:

 

Fake Follower

An erster Stelle der Probleme des Influencer Marketings steht ganz klar das Thema Fake Follower.

Eine möglichst hohe Followerzahl bzw. eine damit verbundene, vermutete Reichweite, ist immer noch ein gängiges Kriterium bei der Auswahl von Influencern – vor allem, wenn diese direkt vom Unternehmen selbst gebucht werden und nicht über eine Spezial-Agentur.

Personen und Agenturen, die sich auf Influencer Marketing spezialisiert haben und in diesem Bereich tätig sind, wissen, dass eine gute Engagementrate (und damit verbunden eine hohe Reichweite) nicht automatisch mit einer hohen Followeranzahl einhergeht.

Um von Unternehmen in deren Selektionsprozess besser wahrgenommen zu werden und den eigenen Preis zu rechtfertigen oder gar in die Höhe zu treiben, greifen manche Influencer aber immer noch in die Trickkiste und kaufen sich Follower. Doch diese gekauften Follower bringen dem werbenden Unternehmen keine relevante Reichweite. Sie sind in den allermeisten Fällen nicht Teil der gewünschten Zielgruppe, oft kommen sie nicht einmal aus dem Zielland.

Fake Follower entlarven

Auf den ersten Blick sind gekaufte Follower oft nicht gleich zu erkennen. Da über sie aber natürlich keine relevante Reichweite generiert wird, empfiehlt sich immer, einen genauerer Blick auf die Influencerprofile zu werfen und sich nicht durch eine hohe Followerzahl blenden zu lassen. Hier helfen Tools, mit denen Social Media Kanäle von Influencern überprüft werden können. Diese zeichnen etwa das Wachstum der Followerzahl auf. Gibt es hier einen stark erkennbaren Ausschlag, deutet dies meist auf den Zukauf von Followern hin. Auch die Engagementrate im Vergleich zur Followerzahl verrät oft einiges über die Echtheit von Followern. Ist das Engagement eher niedrig, deutet dies auf Fake Follower hin, die nur dem Account folgen, sonst aber kein Interesse am Influencer und seinen Beträgen zeigen.

Keine Fake Follower mit Everyday Influencern

Eine weitere Möglichkeit Fake Follower zu meiden ist die Zusammenarbeit mit Everyday Influencern. Da es sich bei ihnen um Privatpersonen handelt, die über ihre persönlichen Social Media Kanäle Beiträge verbreiten, besteht hier nicht die Gefahr, dass sie Follower kaufen, um auf Unternehmen attraktiver zu wirken.

Auch das Engagement auf Postings von Everyday Influencern ist im Verhältnis zur Follower- bzw. Freundeanzahl vergleichsweise höher als bei Influencern mit sehr viel mehr Followern. Der Grund dafür ist, dass es sich bei ihren Followern um Bekannte, Freunde oder Familienmitglieder handelt, die einen persönlichen Bezug zum Influencer haben.

 

Der Abstieg der organischen Reichweite

Ein weiteres Problem im Influencer Marketing stellt die organische Reichweite auf verschiedenen Social Media Plattformen dar.

Es ist weitgehend bekannt, dass Plattformen wie Google und Facebook/Instagram immer wieder den Algorithmus anpassen, welcher darüber entscheidet, welche Beiträge Personen in ihrem persönlichen Newsfeed angezeigt bekommen. Entscheidend dafür, welche Beiträge ganz oben angezeigt werden und welche weiter unten verschwinden und damit eher selten gesehen werden, ist die Interaktion mit dem jeweiligen Social Media Channel – jene Accounts, von denen man sich Bilder oder Stories häufig ansieht, Beiträge liked oder sogar kommentiert, werden als relevanter eingestuft und somit ganz oben angezeigt. Gerade bei Facebook und Instagram Pages wurde so die organische Reichweite in den vergangenen Jahren sehr stark eingeschränkt. Davon betroffen sind natürlich auch Influencerpages.

Ist gekauft immer schlecht?

Über organische Reichweite allein ist es also sehr schwierig geworden selbst die Follower des Influencers zu erreichen. Eine Maßnahme, die daher immer mehr an Bedeutung gewinnt und die viele Follower auch schon standardmäßig für sponsored Postings anbieten, ist der Boost des Postings mittels Werbeanzeigen. Der eine oder andere mag nun vielleicht denken, dass zwischen bezahlten Werbeanzeigen und gekauften Followern kein Unterschied besteht, da beide Dinge bezahlt wurden. Tatsächlich sind diese beiden Dinge nicht vergleichbar. Denn der Unterschied bei einem Boost des Postings ist, dass die Reichweite unter den eigenen Followern des Influencers damit deutlich gesteigert werden kann. Trotzdem bleibt die Reichweite äußerst relevant – es sind ja nach wie vor die eigenen Follower.

Zusätzlich könnten, wenn dies gewünscht ist, Personen außerhalb der eigenen Followerschaft durch einen Push des Postings erreicht werden. Hierbei ist das gesponserte Posting als Werbung klar erkennbar, weil es automatisch als „sponsored“, „bezahlt“ oder „Werbung“ gekennzeichnet wird.

Der Vorteil von Werbeanzeigen ist, dass sie beispielsweise bei Facebook immer wieder auch relativ weit oben im News-Feed von Nutzern angezeigt werden – auch wenn diese dem Influencer nicht folgen, thematisch, aufgrund ihrer Interessen jedoch in die Zielgruppe passen würden. Auf diese Weise erreicht ein Post natürlich um ein Vielfaches mehr Reichweite.

 

Glaubwürdigkeit und Authentizität als Probleme des Influencer Marketings

Ein Anteil der Postings, die Influencer erstellen, sind gesponserte Posts, für die sie entweder von einem Unternehmen bezahlt wurden oder wofür sie Produkte kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen haben. Dieser Teil ist im Steigen begriffen und untergräbt die Authentizität der jeweiligen Influencer.

Es ist natürlich völlig legitim, dass Influencer mit dem Empfehlen von Marken oder Produkten ihr Geld verdienen. Da diese aus rechtlichen Gründen, genau wie Werbeanzeigen, ohnehin gekennzeichnet werden müssen, können diese leicht als Werbung identifiziert werden. Dennoch dürfen solche Postings nicht überhandnehmen.

Was jedoch die Glaubwürdigkeit eines Influencers einschränkt ist, wenn dessen Postings vorwiegend aus solchen Kooperationen bestehen und sich auf dem Blog, dem YouTube- oder Instagram-Account oder der Facebook-Page des Influencers so gut wie keine nicht-gesponserten Beiträge mehr finden lassen. Influencer entwickeln sich durch diese Vorgangsweise zu Linkschleudern und verlieren über kurz oder lang nicht nur ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch ihre Follower.

Leider haben wir in der Vergangenheit oft die Erfahrung gemacht, dass viele Influencer so gut wie jede Kooperation akzeptieren, solange die Vergütung stimmt – authentisch ist das leider nicht mehr. Achten Sie bei der Auswahl der Influencer ganz genau darauf, ob sie zu Ihrem Produkt passen. Zudem sollten Sie auch hinterfragen, wie Ihr Produkt dargestellt bzw. zum Content des Blogs passend präsentiert werden soll – es dem Influencer zu überlassen, bringt leider nicht immer zufriedenstellende Ergebnisse, wie zahlreiche Influencer Fails zeigen.