In den letzten Monaten hat sich ein Trend immer weiter in den Vordergrund gebracht – Podcasts. Wussten viele vor wenigen Jahren noch gar nicht, was das ist, so hat man plötzlich das Gefühl, wer keine hört, ist als altmodisch abgestempelt.

Doch was bedeutet das eigentlich? Der Name Podcast ist eine Zusammensetzung aus den Worten Broadcast (englisch für „Übertragung“) und iPod. Es handelt sich dabei um Audio-Dateien, die im Internet im MP3-Format hochgeladen werden und entweder über verschiedene Geräte online (etwa über iTunes oder Spotify) angehört oder heruntergeladen werden können.

In den letzten Monaten hat sich ein großer Hype um das Thema Podcasts entwickelt. Es scheint, dass nahezu jedes Unternehmen oder jede bekannte Person einen eigenen Podcast erstellt hat, in dem die eigenen Follower über wichtige und interessante Themen auf dem Laufenden gehalten werden. Der Podcast hat sich also zum neuesten Must-Have von Promis und Unternehmen, die als fortschrittlich angesehen werden wollen, entwickelt.

 

Wie kam es zum großen Aufstieg von Podcasts?

Obwohl es Podcasts bereits seit 2004 gibt (damals vorrangig auf dem iPod, daher auch der Name), haben diese vor allem in den letzten beiden Jahren vermehrt an Aufmerksamkeit gewonnen. Warum ist das so?

Sieht man sich die Entwicklung der letzten Jahre an, ist der ansteigende Erfolg von Podcasts nicht verwunderlich. Mit der zunehmenden Nutzung von Smartphones, ist auch die Verbreitung von Audio-Angeboten im Internet deutlich gestiegen.

Eine Onlinestudie von ARD/ZDF aus dem Jahr 2018 stellte fest, dass 66% der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren Audio-Angebote im Internet nutzen. Vor allem in der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 29-jährigen ist die Zahl noch höher – hier nutzen sogar 98% zumindest manchmal Audio-Angebote online. Dazu zählen unter anderem Musik auf YouTube, Streamingdienste, Radioprogramme live oder Webradios/Webchannels.

Diese Tatsache wiederum ergibt sich höchstwahrscheinlich daraus, dass das Internet zunehmend mobil genutzt wird – etwa 70% nutzen zumindest gelegentlich das Internet unterwegs, also auf dem Smartphone oder Tablet; 37% nutzen Online-Angebote täglich auf einem mobilen Gerät. Vor allem die Digital Natives, also die jüngere Zielgruppe (oft auch „Generation Z“ genannt), ist hier Spitzenreiter.

 

Podcasts als Informationsquelle

Ein weiterer Faktor für den Erfolg von Podcasts ist die Tatsache, dass vor allem die jüngere Generation sehr stark auf Multitasking setzt. Sie wollen ihre Zeit sinnvoll nutzen – hier kommen Podcasts natürlich sehr gelegen, weil man sie gut auch „nebenbei“ hören kann. Während neben eher passiven Tätigkeiten, wie der Fahrt in die Arbeit mit Bus oder Bahn mühelos auch Zeitung gelesen, durch das Internet gescrollt oder Videos auf YouTube angesehen werden können, ist dies bei einer Autofahrt schon nicht mehr möglich. Auch beim Kochen oder während dem Sport eignet sich das Anhören von Podcasts besser als zum Beispiel das Lesen eines Blogs.

Die Themen, die ein Podcast behandelt, sind äußerst vielfältig – wahrscheinlich wird man kein Themengebiet finden, zu dem es nicht bereits einen Podcast gibt.

Nicht zuletzt aus dem Grund, dass die Hörer am Thema und Inhalt des Podcasts meist ein sehr großes Interesse haben, ist auch ihre Bereitschaft, sich darauf einzulassen sehr hoch. Daher sind Podcasts oftmals auch überdurchschnittlich lang, wenn man dies mit einem YouTube Video vergleicht, bei dem die Aufmerksamkeitsspanne meist eher gering bzw. sehr kurz ist.

Podcast hören mit Kopfhörern am Handy

Was unterscheidet Podcasts von Webradios?

Ein Podcast muss nicht gezwungenermaßen eine Regelmäßigkeit aufweisen. Obwohl es sich in der letzten Zeit eingebürgert hat, dass Podcast-Folgen in bestimmten Rhythmen hochgeladen werden, ist dies kein typisches Merkmal eines Podcasts. Außerdem handelt es sich dabei nur um einzelne „Episoden“, es wird also nicht ständig etwas übertragen, wie bei einem Radiosender.

Ein typisches Kennzeichen eines Podcasts ist die Möglichkeit, diesen zu abonnieren. Auf diese Weise wird man immer informiert, so bald eine neue Folge des Podcasts hochgeladen wurde.

Wie bereits erwähnt ist die Aufmerksamkeit der Nutzer bei Podcasts vergleichsweise eher hoch – Werbungen innerhalb von Podcasts eignet sich daher vor allem für den Aufbau und die Inszenierung einer Marke. Das werbliche Angebot in Podcasts ist aber zurzeit noch sehr gering und zurückhaltend.

 

Was macht einen Podcast erfolgreich?

Ganz klar, das Thema muss Interesse wecken. Für die jeweilige Zielgruppe muss der Podcast einen Mehrwert bieten, worin dieser besteht, kann jedoch nicht verallgemeinert werden. Viele oft gehörte Podcasts vermitteln Allgemein- oder Fachwissen, oft werden aktuelle Themen diskutiert, in vielen Fällen will der Hörer aber auch einfach nur unterhalten werden.

Doch wie bei allen Instrumenten des Content Marketing kommt auch hier der richtigen Verbreitung eine hohe Bedeutung zu. Es ist genau wie bei Videos oder informativen Artikeln: der Content kann perfekt aufbereitet, bis ins Detail überlegt und für die Zielgruppe hochgradig relevant sein – wenn er von der Zielgruppe nicht gesehen (oder gehört) wird, war alles für die Katz.

Welche Möglichkeiten haben Produzenten eines Podcast nun, um die Zielgruppe auf den produzierten Audio-Inhalt aufmerksam zu machen? Manche Unternehmen oder Personen öffentlichen Interesses verfügen über Social Media oder andere Kommunikationskanäle mit enormen Reichweiten und können über diese ihre Zielgruppe ausreichend erreichen. Wer aber nicht mit der Reichweite beliebter Consumer Brands und A-Promis mithalten kann, der muss zu anderen Distributionsmaßnahmen greifen. Oft können Kooperationen mit Influencern, seien es Unternehmen, Organisationen oder Influencer im engeren Sinne, die Reichweite vergrößern. Eine weitere Möglichkeit ist Podcast-Seeding. Hierfür kann über native Advertising Anbieter gestreut oder der Podcast klassisch durch Ads auf verschiedenen Social Media Plattformen verbreitet werden. Dies ist besonders geeignet, da man die Zielgruppe dabei direkt im Alltag abholt – vielleicht genau dann, wenn man sowieso gerade Zeit hat einen Podcast anzuhören. Zu dem Zeitpunkt, zu dem die Zielgruppe erreicht wird und jemand den Podcast anhört, wird dessen Qualität wieder schlagend. Marketer können nämlich dem Podcast durch Podcast-Seeding dazu verhelfen gesehen zu werden, jemanden überzeugen ihn zu abonnieren, muss er aber mit der Qualität und dem Mehrwert des Inhalts.

Kurz gesagt: Produktion und Inhalt des Podcast sind schon die halbe Miete. Auf Qualität und Mehrwert für die Zielgruppe ist dabei besonders zu achten. Doch mit der halben Miete ist kein Vermieter zufrieden und daher darf die Distribution des produzierten Audiofiles keinesfalls vernachlässigt werden. Denn was bringt ein Podcast, den keiner hört?