Native Advertising – Werbung „undercover“

Native Advertising ist die “Werbung im bekannten Umfeld“. Dabei bereiten Werbetreibende ihren Content redaktionell so auf, dass er den Nutzern einen echten inhaltlichen Mehrwert bietet und sich inhaltlich und optisch nahtlos in das bestehende Umfeld einbettet. PR-Texte und redaktionell aufbereitete Advertorials können zu dieser Form des Marketings im Prinzip hinzugerechnet werden. Bei der Online-Verbreitung erscheint dieser Content in der Nähe zu den ansonsten vom Nutzer rezipierten Inhalten, er wird auch viral verbreitet. Daher sind Freunde des Nutzers für diese Werbeform sehr bedeutsam.

Warum ist Native Advertising erfolgreich?

Der Erfolg basiert darauf, dass Werbung in der Form von Bannern an sich ein sehr schlechtes Image hat, oft als störend empfunden wird und im Internet durch Adblocker abgeschaltet werden kann. Dabei akzeptieren die meisten Menschen die prinzipielle Notwendigkeit von Werbung, mehr noch: Wenn sie selbst in einem Wirtschaftsunternehmen tätig sind, leben sie davon, dass ihre Firma auch Werbung betreibt. Manchmal sind sie selbst direkt daran beteiligt. Dennoch mögen sie während des abendlichen Fernsehprogramms keine Werbespots, auch online zeigt sich die Mehrheit genervt.

Möglicherweise liegt der schlechte Ruf der Werbung daran, dass sie überwiegend breit gestreut wird und den Rezipienten daher meistens nicht interessiert. In Offline-Medien ist das besonders prekär. So kann ein spannender Film in einem Privatsender durch einen zehnminütigen Werbeblock unterbrochen werden, in welchem nicht eines der Produkte den Nutzer anspricht – er gehört weder zur Zielgruppe der jungen Familien, die Windeln und Kinderspielzeug benötigen, noch ist er Gartenfreund oder begeisterter Heimwerker. Ein neues Auto will er sich auch nicht kaufen, Süßigkeiten mag er nicht, seine Biersorte hat er längst gefunden. Selbst wenn es unter den 20 Werbespots im zehnminütigen Block vielleicht ein Produkt für ihn geben könnte, wird er nicht voller Spannung auf diesen einen Spot warten. Er geht lieber zur Toilette, holt sich etwas aus dem Kühlschrank oder raucht auf dem Balkon eine Zigarette. Die Werbetreibenden haben in dieser Zeit für ihre Fernsehspots über 1,2 Millionen Euro verbrannt.

Der Preis für die Ausstrahlung eines 30-sekündigen Werbespots zur Prime Time liegt deutlich im fünfstelligen Bereich. Dabei haben wir die Produktionskosten für die Spots noch gar nicht berücksichtigt. Nachdem sich nun die Online-Wirtschaft etabliert hat, denken Werbetreibende permanent darüber nach, wie sie dieser gigantischen Geldvernichtungsmaschine entgehen können. Das ist mit Online-Tools möglich, die dem Nutzer diejenige Werbung einblenden, die ihn wahrscheinlich wirklich interessiert. So etwas schafft die „native Werbung“.

Wie funktioniert Native Advertising?

Wer hat die Rubrik „das könnte dich auch noch interessieren“ unter oder neben einem Artikel in einem Online-Magazin noch nicht gesehen? Ein Teil der vorgeschlagenen Inhalte sind, wenn man genau schaut, als „Anzeige“ gekennzeichnet. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um Banner, die sich optisch und interessensbasiert nahtlos einfügen. Dies ist jedoch nicht die einzige Form des Native Advertisings.

Das virale Marketing gehört an vorderster Front ebenso dazu. Wer ein wirklich witziges Video produziert und in einem Social Media Portal platziert, kann sich mehr oder weniger darauf verlassen, dass es von den Nutzern geteilt wird. Dabei wird ein Heimwerker das Video über eine neue Bohrmaschine seinem Heimwerker-Freund schicken, den das auch interessieren könnte. Zudem ermitteln die Suchmaschinen, wonach ein Nutzer zuletzt und/oder verstärkt gesucht hat.

Sie blenden dementsprechend thematisch passende Werbung ein. Influencer Marketing gehört auch dazu: Blogger berichten über interessante Themen, zu denen sie über Expertenwissen verfügen. Ein Blogartikel ist prinzipiell ein redaktioneller Beitrag. Der Blogger schreibt schließlich nicht “kaufen Sie unbedingt dieses Produkt, weil es so toll ist”, sondern er berichtet in einem nüchternen Duktus über die technischen und ästhetischen Eigenschaften des Produkts sowie über dessen Mehrwert. Auch leichte Kritik lässt er subtil einfließen, sie macht den Artikel erst recht glaubwürdig.

Auf Twitter sind bezahlte Tweets möglich, auf Facebook können Werbeaussagen in die Timeline eines Nutzers eingeschleust werden. Beim gesamten Content Marketing erhält die Zielgruppe gut informierende Artikel, Videos, Bilder und Statistiken, welche auf fundierter Basis den Nutzen eines Produkts unterstreichen. Das kann sehr hintergründig geschehen. Zu vermuten ist beispielsweise, dass viele redaktionelle Beiträge zu Gesundheits- und Ernährungsthemen langfristig bestimmte Produkte promoten sollen – selbst wenn diese im Artikel überhaupt nicht genannt werden. So könnten mehrere Autoren in mehreren Publikationen über viele Monate das schädliche LDL-Cholesterin verteufeln, bis schließlich die Rettung in Form von neuen Antikörper-Medikamenten naht (beim LDL-Cholesterin wären das Alirocumab und Evolocumab). Die Artikel hierzu findet ein Nutzer, der zuvor immer wieder “LDL-Cholesterin” gegoogelt hat, schließlich online auf einem News-Portal – verschämt als gesponserten Beitrag gekennzeichnet. Das nennen wir clever.

Warum ist native Werbung so wichtig?

So gezielt Werbung online einem bestimmten Nutzer eingespielt werden kann, so leicht ist sie auch durch Adblocker zu unterdrücken. Das geht mit den Fernseh-Werbespots nicht. Der Google Chrome Browser will künftig sogar allzu aufdringliche Werbung automatisch abschalten.

Die Meldung dazu schwirrte erstmals im Februar 2018 durchs Netz. Genannt wurden unter anderem Werbevideos, die automatisch mit Ton anspringen, wenn der Nutzer eine bestimmte redaktionelle Seite aufruft. Deren Abschalten wäre wirklich höchst wünschenswert, bislang (Mai 2018) funktionieren solche lästigen Auftritte allerdings noch. Werbetreibende wiederum sollten mit der Zeit gehen und verstärkt auf native Werbung setzen.

LINKILIKE ist Spezialist im Bereich Content Verbreitung und unterstützt Sie gerne bei Ihren Fragen zum Thema Native Advertising. Kontaktieren Sie uns dazu gerne jederzeit einfach per E-Mail.

2018-05-30T15:43:52+00:00 30. Mai 2018|Kategorien: Allgemein|

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Stefan befasst sich seit 16 Jahren intensiv mit dem Thema SEO und Marketing. Er unterstützt Unternehmen bei der Planung und Implementierung von Online-Marketing-Maßnahmen und verfügt über großes konzeptionelles Know-how. Zudem ist er als Blogger unterwegs.