• Kennzeichnungspflicht im Influencer Marketing

Kennzeichnungspflicht im Influencer Marketing

Das Thema „Kennzeichnungspflicht von Werbung“ gewinnt immer mehr an Bedeutung, weil die Formen der Werbung in immer mehr verschiedene Richtungen gehen. Das Thema Influencer Marketing ist hier beispielsweise ein Thema, bei dem die Werbekennzeichnung in Grauzonen verläuft.

Immer öfter werden Blogger, Youtuber, Instagramer oder auch sogenannte Micro Influencer angesprochen, wenn es um die Vermarktung von Produkten, Inhalten oder Dienstleistungen geht. Sie bekommen dann entweder ein Produkt oder eine Dienstleistung kostenlos zur Verfügung gestellt oder werden dafür vergütet, dass sie dafür auf ihren Profilen werben. Dies ist nicht verboten, die Kennzeichnung solcher Werbung ist allerdings gesetzlich vorgeschrieben:
Gemäß § 26 MedienG müssen Ankündigungen, Empfehlungen sowie sonstige Beiträge und Berichte, für deren Veröffentlichung ein Entgelt geleistet wird, in periodischen Medien als „Anzeige“, „entgeltliche Einschaltung“ oder „Werbung“ gekennzeichnet sein, es sei denn, dass Zweifel über die Entgeltlichkeit durch Gestaltung oder Anordnung ausgeschlossen werden können.

Die Bremische Landesmedienanstalt hat aus diesem Grund ein Dokument mit den wichtigsten Antworten auf die Fragen zur Werbekennzeichnung auf Youtube und anderen sozialen Netzwerken veröffentlicht: FAQ-Liste zu Werbefragen in Sozialen Medien

Die wichtigsten Punkte zur Kennzeichnungspflicht wollen wir nun zusammenfassen:

1. Kauft ein Influencer ein Produkt oder eine Dienstleistung selbst von seinem eigenen Geld und wird auch nicht für den Bericht über diesen Artikel bezahlt, dann ist keine Kennzeichnung notwendig, weil es sich nicht um Werbung im eigentlichen Sinn handelt.

2. Bekommt der Influencer das Produkt oder die Dienstleistung kostenlos zur Verfügung gestellt und darf den Bericht darüber aber selbst gestalten, also sowohl positiv, als auch negativ über dieses Produkt schreiben, fällt dies auch nicht in die Kategorie Werbung und bedarf somit keiner Kennzeichnung. Wenn das Unternehmen allerdings verlangt, dass der Micro Influencer das Produkt oder die Dienstleistung nur positiv bewertet und seine Follower so zum Kauf überredet werden sollen, handelt es sich dagegen schon um Werbung und der Beitrag muss entsprechend gekennzeichnet werden.

3. Wird ein Influencer (entweder mit Geld, oder aber auch durch andere Gegenleistungen) für einen Beitrag bezahlt, in dem ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung vorgestellt wird, handelt es sich bei dem Beitrag um Werbung und diese unterliegt der Kennzeichnungspflicht. Dies kann entweder mit der Kennzeichnung „Werbung“ direkt beim Produkt oder etwa durch die Erklärung „unterstützt durch …“ zu Beginn des Beitrags erfolgen.
Besteht der Beitrag nicht ausschließlich aus der Vorstellung dieses Produkts bzw. der Firma, dann reicht auch die Kennzeichnung „(unterstützt durch) Produktplatzierung“ aus.

 

4. Bei Beiträgen, die Affiliate Links beinhalten handelt es sich immer um Werbung, diese müssen also in jedem Fall gekennzeichnet werden. Dies wird am besten so gehandhabt, dass die Links schriftlich gekennzeichnet werden und dabei kurz erklärt wird, wie ein solcher Affiliate Link eigentlich funktioniert.

Alles in allem lässt sich aber sagen, dass es immer besser ist, die eigenen Leser und Follower über Kooperationen mit Unternehmen zu informieren, auch wenn dies rechtlich nicht unbedingt nötig wäre, denn Ehrlichkeit und Transparenz ist eines der wichtigsten Faktoren, wenn es um bezahlte Kooperationen geht. Wichtig ist, dass bezahlte Kooperationen mit solchen Wörtern gekennzeichnet werden, die dies auf den ersten Blick erkennbar machen, wie beispielsweise WERBUNG, ANZEIGE, aber auch #ad, #sponsored, sponsored by, powered by ...

About the Author:

Sarah studiert Webwissenschaften mit dem Schwerpunkt auf Social Web. Bei LINKILIKE kümmert sie sich um die Gewinnung und Betreuung neuer Social Influencer. Bei dieser Tätigkeit kommen ihr außerdem zahlreiche Inhalte aus ihrem Bachelorstudium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie ihr persönliches Interesse an den Trends des World Wide Web und seine technischen, psychologischen und kommunikationswissenschaftlichen Aspekten zu Gute.