Unter „Gaming“ können sich die meisten Menschen etwas vorstellen und doch ist der Begriff ein sehr weit gefächerter. Um zu recherchieren, was im Web unter Gaming verstanden wird, haben wir das Wort einfach mal gegoogelt. Gleich nach den Einträgen zur Marktgemeinde Gaming in Niederösterreich findet sich eine Definition von Techopedia.com, welche das Verständnis des Begriffes auf vielen Websites gut wiederspiegelt. Gaming wird dort als „spielen von Computerspielen auf Spielekonsolen, Computern, Handys, oder anderen Endgeräten auf einer regelmäßigen Basis oder als Hobby“ verstanden. Eines kann man somit schon sagen: Gaming beschränkt sich keinesfalls nur auf eine Art von Spiel und die Gruppe der Gamer ist nicht gerade homogen. Marketer müssen also weiter ins Detail gehen, um ihre perfekte Zielgruppe zu finden.

E-Sports: die Gaming-Elite und deren treue Fans

E-Sport ist den meisten bestimmt längst kein Fremdwort mehr. Darunter versteht man Gaming, bei dem Spieler auf höchstem Niveau in einem sportlichen Wettkampf gegeneinander antreten.
Erst vor wenigen Wochen konnte man in allen Zeitungen vom ersten Fortnite-Worldcup lesen, welcher Teenagern Preisgelder in Millionenhöhe einbrachte. Beim wichtigsten Turnier des Spiels DOTA2 – „The International“ – wurden insgesamt Preisgelder in der Höhe von 24 Millionen Euro vergeben.
Dabei gibt es einen Faktor, der dem E-Sport in der Vergangenheit zu seinem großen Auftrieb verholfen hat: Streaming-Plattformen. Es ist also nicht nur so, dass immer mehr Personen selbst aktiv Video-Games spielen, sondern auch die Nachfrage, professionellen Gamern zuzusehen, steigt kontinuierlich. Dies passiert einerseits teilweise über Portale wie Facebook oder YouTube allen voran aber natürlich auch über das Live-Streaming-Videoportal Twitch – dort werden aktuell beinahe 2 Millionen registrierte Nutzer gezählt. (Quelle: https://twitchstats.net)
Für Marketer stellen neben den aktiven Spielern auch E-Sports Fans, die lediglich Spielern beim Zocken zusehen wollen, eine spannende Zielgruppe dar.

Gaming ist keine Frage des Alters mehr

Wie oben bereits erwähnt finden sich viele Teenager unter den erfolgreichsten Gamern. Sie sind als Digital Natives bereits mit dem Einsatz von Computern und Smartphones aufgewachsen und haben oft seit ihrer jüngsten Kindheit Erfahrung mit dem Spielen von diversen Videospielen.
Aber nicht nur Teenager und junge Erwachsene sind dem Gaming-Thema verfallen, mittlerweile ist der Trend auch bei Senioren angekommen. Die sogenannten „Silver Gamers“ sind Personen ab 50 Jahren, die Computerspiele spielen und diese Zielgruppe steigt stetig an. Grund dafür ist, dass mittlerweile auch ältere Menschen Smartphones und Tablets besitzen und ihnen somit der Zugang zu Computerspielen deutlich erleichtert wird. Zwar beschränkt sich die Gaming-Aktivität bei vielen aus dieser Altersgruppe auf kostenlose Onlinespiele oder Smartphone-App-Spiele, doch auch von Counter-Strike-Senioren wird immer häufiger berichtet. Außerdem werden bestimmte Videospiele oft sogar in Altenheimen bei Demenzkranken eingesetzt.

Obwohl die Gruppe der Gamer schon lange nicht mehr homogen ist, lassen sich doch noch Tendenzen erkennen. Aktuelle Studien zeigen, dass typische Gamer folgende Eigenschaften besitzen:
Sie sind zwischen 20 und 35 Jahren alt und vorwiegend männlich, wobei der weibliche Anteil stetig wächst und nicht mehr weit unter der 50%-Marke liegt. Des Weiteren haben sie ein eher höheres Durchschnittseinkommen und sind aufgeschlossen gegenüber Marken. Außerdem besitzen sie erwartungsgemäß eine sehr hohe Technikaffinität.
Diese Informationen können für Unternehmen natürlich sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, eine Zielgruppe anzusprechen. Vor allem die Tatsache, dass Personen, die an Gaming interessiert sind, sowohl offen gegenüber Marken sind, als auch ein höheres Einkommen haben, ist für Unternehmen eine sehr wichtige Information.

Welche Chancen ergeben sich daraus für das Content- oder Online Marketing?

Im E-Sport- und Gaming-Sektor mangelt es also nicht an Zusehern und somit an potenziellen Kunden. Die Ansprache dieser ist jedoch nicht ganz einfach. Mit klassischer Werbung in Printmedien, Radio oder auch Fernsehen erreicht man die typische E-Sport-Zielgruppe eher schlecht bis gar nicht, doch eröffnen sich gleichzeitig andere Wege, die klassischen, jungen Gamer zu erreichen.

In-Game Marketing

Beim In-Game Marketing gibt es verschiedene Arten, die je nach Zielgruppe und Art des Produkts ausgewählt werden sollten.
Dabei kann es sich beispielsweise um die klassische Produktplatzierung handeln, welche dem Spieler ein bestimmtes Produkt oder eine Marke während des Spiels anzeigt. Das kann ein Getränk einer bestimmten Marke sein, welches etwa der Hauptcharakter in einem Game trinkt oder ein Werbeplakat eines Unternehmens in einer Spiele-Welt.
Eine weitere Möglichkeit von In-Game Marketing kann aber auch Incentiviertes Marketing sein, bei dem der Spieler „Belohnungen“ bekommt, wenn er bestimmte Tätigkeiten ausführt – oft werden hier zum Beispiel zusätzliche Leben vergeben, wenn der Spieler sich für 30 Sekunden ein Werbevideo ansieht oder mit einer Werbung interagiert. Der Vorteil dieser Werbeform ist, dass der Spieler die Werbung nicht als lästig wahrnimmt, sondern ihr positiv gegenübersteht und sie als willkommene Chance auf Goodies oder neue Leben sieht.

Influencer Marketing mit Gamern

Die Gamer, die für ihre E-Sports Videos bekannt sind, haben oft tausende an Anhängern. Genau wie bei anderen bekannten Personen, kann daher natürlich auch mit Hilfe von bekannten Gamern Influencer Marketing betrieben werden. Hier bieten sich vor allem Werbungen für bestimmte Marken und Produkte an, die die Influencer in ihren Streaming-Videos oder über ihre Social Media Kanäle weiterempfehlen.
Doch auch weniger professionelle Gamer, die das ganze eher als Hobby sehen, dürfen als Werbeträger nicht unterschätzt werden. In ihrem Freundeskreis wird ihnen eine gewisse Meinungsführerschaft im Bereich des Gamings und verwandten Bereichen zugesprochen. Beispielsweise Empfehlungen neuer Spiele durch diese Personen, die als Everyday Influencer bezeichnet werden können, werden gerne in der Kaufentscheidung berücksichtigt.

Fazit

Wie eingangs erwähnt – Gaming ist ein sehr breiter Begriff und auch die Zielgruppe der Gamer ist sehr vielseitig aufgestellt. Für Marketer ist dies zugleich eine gute, als auch eine schlechte Nachricht. Einerseits ist es durch diese Vielseitigkeit des Gaming-Begriffs so, dass man sich mehr Gedanken über die exakte Zielgruppe machen und diese ganz genau definieren muss. Andererseits können wiederum über Games und auch über Gamer als Influencer mittlerweile auch Zielgruppen erreicht werden, von welchen man es vor einigen Jahren noch nicht gedacht hätte, wie zum Beispiel Rentner.