Wer im Internet erfolgreich sein möchte, der braucht zunächst eine gute Website. Sie ist die Basis für alle Marketingaktivitäten im Netz. Einige Shops und Dienstleister machen hervorragende Umsätze im Internet, andere bekommen kaum Besucher. Auch beim Content Marketing ist die Website das Fundament, das Erfolg oder Misserfolg entscheidend beeinflussen kann. Aber was entscheidet eigentlich darüber, ob eine Website funktioniert oder nicht?

Ladezeiten: Nur eine Sekunde vom Erfolg entfernt

Im Internet geht es um Augenblicke. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Kommt der Interessent auf eine Website, entscheiden Sekunden darüber, ob er bleibt oder geht. Die Plattform Kissmetrics, die sich mit der Automatisierung von Kundenbindung beschäftigt, schreibt von einem Conversion-Verlust von sieben Prozent, wenn sich der Aufbau der Webseite um nur eine einzige Sekunde verzögert. Auch bei “Staples Bürobedarf” nahm man sich die Ladezeiten vor und erreichte einen um eine Sekunde schnelleren Seitenaufbau. Das Ergebnis: eine Steigerung der Conversionsrate um zehn Prozent.

Der Internetnutzer ist ungeduldig! Muss er warten, klickt er schnell wieder weg. Der nächste Blog oder Shop ist ja nicht weit entfernt. Auch Google setzt die Ladegeschwindigkeit auf der Liste der Rankingfaktoren weit nach oben. Es lohnt sich also für Website-Betreiber die Ladezeiten zu überprüfen und den Webauftritt so zu optimieren, dass die Seiten sich schneller aufbauen. Doch wo fängt man da an?

 

Optimierung der Ladezeiten

Das Webdesign kann so optimiert werden, dass die Seite schneller lädt. So wird ein professioneller Webdesigner beispielsweise die Einbindung externer Daten einschränken, die CSS-Dateien gebündelt in einem CSS-Stylesheet hinterlegen, Leerzeichen (Whitespace) im Code entfernen oder JavaScript und CSS ganz auslagern. Mobile Seiten werden mit AMP (Accelerated Mobile Pages) schneller. Für WordPress-Systeme gibt es hierfür eigene Plugins.

Wer wissen möchte, wie schnell seine Seite lädt, kann das mit Tools wie GTMetrix oder Pingdom testen.

 

Optimierung des TTFB-Werts

Wichtig in Sachen Ladegeschwindigkeit ist auch die Reaktionszeit des Servers, auf dem die Website läuft. Er muss unmittelbar reagieren. Fachleute sprechen vom TTFB-Wert. Die Abkürzung leitet sich aus “Time To First Byte” her. Je höher dieser Wert ist, umso mehr wird der Ladevorgang der Webseite verzögert. Ein nützliches Tool zur Messung des TTFB ist Byte Check.

 

Optimierung von Bildern und Videos

Eine weitere, ganz einfache Möglichkeit, die Ladezeiten zu verringern, ist die Optimierung von Bildern und Videos. Je geringer das Datenvolumen, desto schneller wird die Seite geladen. Wer nicht mit Bildbearbeitungsprogrammen hantieren möchte, kann hier auf Online-Lösungen zurückgreifen. PNG- und JPG-Dateien kann man beispielsweise prima über TinyPNG optimieren. PNG-Dateien werden durch das selektive Verringern der Farben im Bild kleiner. Die Bildqualität wird meist nicht beeinträchtigt und auch die Transparenz eines Bildes bleibt erhalten. JPG-Dateien werden ebenfalls ohne sichtbaren Verlust heruntergerechnet. Außerdem werden die Metadaten entfernt, um die Dateigröße weiter zu verringern. Noch ein Tipp zu Hintergründen und Farbverläufen: Diese können oft auch per CSS-Code eingebunden werden, ohne die Verwendung von Bildern. Dadurch lässt sich das übertragene Datenvolumen weiter reduzieren.

 

Professionelles Design: Eindruck und Ausdruck

Wenn die Seite schnell lädt, taucht die nächste Hürde auf dem Weg zum Erfolg auf. Der erste Eindruck zählt. Prinzipiell gibt es vier Fragen, die der Besucher sich in nur wenigen Sekunden stellt:

Bin ich hier richtig?

Das Webdesign sollte für den Geschmack der jeweiligen Zielgruppe gestaltet sein. Es kann durch gesetzte Farben edel wirken, um Qualität zu unterstreichen oder durch minimalistisches Design den Fokus ganz auf den Content richten. Auch die Altersgruppe wird durchs Webdesign definiert. Modern und jung oder traditionsbewusst und konservativ? Bilder, Schriftarten, Farbpsychologie, sowie Aufbau und Text zeigen, wer durch das Design erreicht werden soll.

Ist der Anbieter seriös?

Viele Kleinigkeiten zeichnen in der Summe ein Bild, das entweder seriös oder unseriös wirkt. Ist das Webdesign modern, oder sieht die Seite wie ein Überbleibsel aus den 90er Jahren aus, mit blinkenden 3D-Schriften und altmodischen Grafiken? Werden Bilder und Videos angezeigt, oder sieht der Besucher nur leere Rahmen und Fehlermeldungen? Sieht die Struktur der Webseite professionell aus, oder bietet sich ein Bild aus chaotischen Abständen, Schriftarten und Schriftgrößen? Wirkt das Webdesign unprofessionell, verlieren die Nutzer schnell das Interesse, sich weiter mit dem angebotenen Content auseinanderzusetzen.

 

Sind Angebot und Content aktuell?

Niemand verschwendet gerne Zeit. Deshalb möchte sich auch niemand mit Content befassen, der möglicherweise veraltet ist. Aktualität ist das Zauberwort, das den Besucher überzeugt. Es versteht sich von selbst, dass die neueste Nachricht auf der Seite nicht Monate alt sein sollte. Der Besucher hat außerdem ein Gespür dafür, ob das Design dem Zeitgeist entspricht und die neuesten Entwicklungen im Internet nutzt.

 

Werden meine Fragen beantwortet?

Nutzer kommen mit bestimmten Fragen auf eine Website. Gibt es hier die Hose, die ich suche? Kann ich mich hier bezüglich eines Geschenks für meinen Enkel beraten lassen? Gibt es hier die Informationen, nach denen ich suche? Beschäftigen sich die Artikel auf der Website mit den Themen, die mich interessieren? Ist das ein Dienstleister in der Nähe? Wann hat er geöffnet? Je nach Art der Website sehen die Fragen anders aus. Die wichtigsten Fragen sollten erörtert und im Webdesign berücksichtigt werden. Durch Bilder, Icons und andere Details kann der Anbieter so direkt Antworten liefern.

 

 

Onpage-SEO: Einfach gefunden werden

Lädt Ihre Website schnell und ist das Design zeitgemäß für den Geschmack Ihrer Zielgruppe gestaltet, muss Ihr Content jetzt noch gefunden werden. Hier ist die Suchmaschinenoptimierung ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg im Internet. Sie besteht aus so vielen Bereichen, dass man kontinuierlich dranbleiben muss, um die Voraussetzungen für eine gute Platzierung in den Suchergebnissen zu schaffen und zu erhalten. Grundlegend sind jedoch Struktur und Formatierung der Website besonders wichtig fürs Ranking.

 

Keywords, Überschriften, Texte

Die wichtigsten Suchbegriffe, unter denen ein Unternehmen gefunden werden möchte, sollten in den Überschriften und Zwischenüberschriften der Webseite auftauchen. Um der Seite Struktur zu geben, arbeiten Webdesigner mit speziell formatierten H1-H6-Überschriften, Tabellen, Listen und Markierungen. Speziell die Texte liefern Google Hinweise auf Art und Qualität des Contents. Sie sollten ebenfalls wichtige Suchbegriffe enthalten. Mit Title-Tag und Description sagt man der Suchmaschine beispielsweise, welche Überschrift und welche Kurzbeschreibung sie anzeigen soll, um die Website auf der Ergebnisliste anzukündigen.

 

Bilder und Videos

Rund um Bilder und Videos verstecken sich weitere Infos für die Suchmaschine. So werden beispielsweise Bildunterschriften, Alternativtexte und Linktexte mit Keywords versehen. Bei Videos liefern Transkriptionen der Suchmaschine weitere Hinweise auf den Inhalt.

 

Interne Verlinkung

Die interne Verlinkung ist ein weiterer Faktor der Onpage-Optimierung. Durch die Links innerhalb der Website wird der Besucher dazu animiert, länger zu bleiben. Eine höhere Verweildauer wirkt sich wiederum positiv auf das Ranking in der Suchmaschine aus. Auch weiterführende Links zu anderen Seiten sind wichtig, damit das eigene Angebot gut ins Netz eingebunden wird.

 

Mobile Versionen

Immer mehr Nutzer surfen mit mobilen Endgeräten im Internet. Deswegen ist es immens wichtig, die Website für die kleineren Displays zu optimieren. Responsive Design rückt in den Vordergrund und ist eine der wichtigsten Disziplinen eines guten Webdesigns. Google hat einen eigenen Index für mobile Seiten, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

 

Fazit: Es gibt sehr viele Bereiche, die man beim Aufbau einer Website berücksichtigen muss, damit sie gut funktioniert. Das Aufsetzen von Webseiten ist heute durch Baukästen und Content Management Systeme nicht mehr schwierig. Zum guten Webdesign gehört allerdings ein breites Hintergrundwissen, das letztlich eine erfolgreiche Website erst möglich macht.