Die Zielgruppe der „Best Ager“ ist in Zentraleuropa jene mit dem stärksten Wachstum, die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit kommen in die Jahre. Ein weiteres Merkmal ist beispielsweise, dass sich die Best Ager subjektiv empfunden jünger fühlen – in einer Befragung von Marketagent.com, in der 50- bis 79-jährige befragt wurden, gaben immerhin 76% an, dass sie sich bei weitem nicht alt fühlen, sondern sich gerade mitten im Leben befinden.

Was sind Best Ager?

Unter Best Ager versteht man Personen, ab dem Alter von 50 Jahren. Der Begriff wird vor allem im Marketing verwendet.

Andere Bezeichnungen für diese Zielgruppe sind unter anderem etwa auch „Golden Ager“ „Silver Surfer“ oder „Generation 50+“.

 

Die 50+jährigen von Heute sind modebewusst, fit, erfahrungshungrig, qualitätsbewusst, kauf- und konsumfreudig. Außerdem sehen sie sich selbst auch als finanzstark: Jeder Dritte Best Ager schätzt seine Finanzen als überdurchschnittlich gut ein (33%). Nur jeder Vierte gibt an weniger Geld als der Durchschnitt zur Verfügung zu haben (26%) – das wurde zumindest in der Studie von Marketagent.com herausgefunden.

Allgemein kann gesagt werden, dass die Interessen der Generation 50+ sehr vielseitig sind: Von Wandern über Reisen, Kultur oder Kulinarik, bis hin zu Gesundheit & Wellness ist alles dabei, was auch die jüngeren Zielgruppen gern machen. Innerhalb dieser Interessen findet auch ein Wandel statt – während die Zielgruppe 50+ früher Urlaube im eigenen Land bevorzugte, bei denen keine lange Anreise nötig war, werden Auslandsreisen bei den Best Agern immer beliebter.

Diese interessante Kombination stellt natürlich eine große Chance für das Marketing dar. Denn Best Ager sind genussorientiert, konsum- und innovationsfreudig, auf der anderen Seite allerdings auch sehr kritische und anspruchsvolle Konsumenten.

 

Best Ager – Chance oder Herausforderung?

Was allerdings die Herausforderung dabei ist, ist die digitale Erreichbarkeit der Best Ager. Sie sind nicht wie jüngere Generationen mit Smartphone, Internet oder Computer aufgewachsen. Zwar sind Onlineshopping und Social Media für sie längst keine Fremdwörter mehr, aber vielfach ziehen sie persönliche Beratung und den stationären Handel vor.

Dennoch konnte ebenfalls im “Golden Ager Report” herausgefunden werden, dass die Hälfte der Best Ager quasi täglich in sozialen Medien unterwegs ist, vor allem auf Facebook, das von 72% der Befragten genutzt wird. Lediglich 21% gaben an, dass sie Social Media gar nicht benutzen.

Auch interessant ist, dass WhatsApp von Best Agern nahezu mit gleichem Anteil genutzt wird wie von jüngeren Zielgruppen, wie etwa der Generation Y oder Generation Z.

Da eine deutliche Mehrheit der Best Ager häufig auf Facebook anzutreffen ist, kann diese Zielgruppe über Inhalte, die auf der Social Media Plattform verbreitet werden, natürlich besonders gut angesprochen werden. Facebook, das aufgrund des Schwunds der Jugend kritisiert wurde, bekommt durch die finanzstarke Gruppe der Golden Ager neue Relevanz.

Päärechen 50+ mit Smartphone

Sharing leicht gemacht für Best Ager

Best Ager empfehlen Produkte, Marken, Inhalte etc. gerne an ihre Freunde und Bekannten weiter, wenn sie von diesen überzeugt sind und glauben, dass sie auch für die jeweilige Personengruppe einen Mehrwert bieten würden. Generell sind die Interaktionsraten, vor allem auf Facebook, bei den Best Agern um ein Vielfaches höher als bei jüngeren Zielgruppen. Sie teilen also gerne Inhalte, von denen sie meinen, dass sie gut sind und auch anderen einen Mehrwert bieten könnten.

Der Unterschied zur jüngeren Zielgruppe ist jedoch, dass die Best Ager sich nicht immer so intuitiv auf Social Media Plattformen und Websites zurechtfinden. Es empfiehlt sich daher, einen Share-Button sehr prominent und auffällig zu platzieren, um ihnen so die Möglichkeit zu geben, den Inhalt kinderleicht zu teilen. Da Best Ager, wie bereits zuvor erwähnt, WhatsApp sehr stark nutzen, ist auch eine Verbreitungsmöglichkeit über den Messenger-Dienst sehr sinnvoll.

Damit ein Inhalt für Best Ager einen Mehrwert darstellt, gibt es einige wichtige Punkte, die in der Kommunikation mit ihnen beachtet werden sollen:

Formulierung und Sprache:

Nicht alle Personen der Altersgruppe 50+ können englisch, daher sollten Anglizismen oder englische Ausdrücke im Allgemeinen vermieden werden. Auch eine zu jugendliche Sprache kommt bei der älteren Zielgruppe nicht besonders gut an.

Ansprache:

Personen im Alter 50+ wollen nicht keinesfalls als „Senioren“ oder „ältere Menschen“ betitelt werden. Diese Ausdrücke sollten also unbedingt vermieden werden!

Klarheit:

Best Ager mögen Beständigkeit und Klarheit, sie sind keine großen Fans von Veränderungen. Dies spiegelt sich auch in Dingen, wie Design wider – vermeiden Sie also häufige und gravierende Design-Änderungen, sowie am besten auch Änderungen an Produkten selbst.

Lösungsorientierung:

Um sich mit einem Problem identifizieren zu können, bietet sich bei der Kommunikation mit Best Agern an, dieses genau zu beschreiben. Auf diesem Weg erkennen sie es leichter als potenzielles persönliches Problem und folgen gern Ihren Lösungsvorschlägen.

 

Fazit

Die Best Ager sind eine Zielgruppe, in der potenziell viele Verkäufe stecken können, wenn man es richtig angeht. Obwohl die Generation 50+ nicht mit Smartphones, Social Media und Co. aufgewachsen ist, nutzen sie diese mittlerweile nahezu genauso oft wie jüngere Zielgruppen. Da sie jedoch einen anderen Zugang dazu haben, ist es wichtig, einige Tipps in der Kommunikation mit dieser Zielgruppe zu beachten, um zu einem erfolgreichen Ergebnis zu gelangen.